Das Anthologieforum
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»Nachtfalterund andere Kreaturen der Dunkelheit« | |
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WortKuss Verlag 2009 Herausgeber: Anthologieforum ISBN: 978-3-942026-05-5 Preis: 14,80 Euro (D) Zu beziehen über:
Aus dem Inhalt: |
Der Reinerlös dieser Anthologie geht an die Obdachlosenhilfsorganisation »Die Brücke e.V.« | |
Klappentext:Wenn der Tag endet, erwachen sie – die Kreaturen der Nacht. Manche mögen der Fantasie entspringen, andere schauen uns mit ihren weisen, heiteren oder nachdenklichen Augen ins Herz. Auch schaurige Gestalten könnten Ihnen begegnen, die vielleicht ihre tiefsten Ängste wecken. Lassen Sie sich von den Autoren des Anthologieforums in fremde, längst vergangene und geheimnisvolle Welten entführen. Die Geschichten werden Sie begeistern! Vorwort:Liebe Leser, »die im Dunkeln sieht man nicht« heißt es in Bertolt Brechts »Dreigroschenoper«. Es ist der letzte Vers des legendären Mecky-Messer-Songs. Die Autoren des Anthologieforums sehen die Welt mit anderen Augen. Und haben daher nicht nur »Nachtfalter und andere Kreaturen der Dunkelheit« zum Thema ihres alljährlich stattfindenden Literaturwettbewerbs gewählt, sondern stellen den Erlös aus dem Verkauf des Buches auch der Berliner Obdachlosenhilfsorganisation »Die Brücke e.V.« zur Verfügung. Das Anthologieforum ist ein virtueller Ort des persönlichen Austauschs, der Textdiskussion und -entwicklung. Die vorliegende Geschichtensammlung bietet eine Auswahl der besten Texte us dem kreativen Schaffen der Autoren. Folgen Sie ihnen auf eine Reise durch die Nacht, fangen Sie den Wind, begegnen Sie dem NachtFalter, dem Buddelzwerg und vielen anderen geheimnisvollen Gestalten. Dabei wünschen Ihnen die Autoren und das Herausgeberteam viel Vergnügen! Simone Edelberg Leseproben:aus »Der NachtFalter« von Raimund Hils
Es geschah in einer lauen Sommernacht. Problembeladen hatte ich den Tag beendet und wusste wie jeden Abend nicht weiter. Was sollte ich tun? Was konnte ich tun? Wie würde das alles enden? Ich hatte keine Ahnung. Um meinen Kopf wenigstens ein klein wenig freizubekommen, spazierte ich wie so oft durch ein nahes Birkenwäldchen und hatte irgendwann das Bedürfnis, mich etwas auszuruhen. In einer kleinen Lichtung fand ich ein weiches, trockenes Plätzchen im Moos, auf welchem ich mich niederließ. Ich kreuzte die Arme hinter meinem Kopf, schloss die Augen und atmete den Duft des vergangenen Tages ein. Grillen zirpten ein vielsaitiges Konzert. Außer dem leisen Rauschen der Blätter im Wind war nichts zu hören. Ich ließ meine Gedanken und Probleme in die Nacht ziehen, bis mein Kopf vollkommen leer war. Als ich meine Augen wieder öffnete und zum Himmel hinauf sah, erblickte ich dort einen Mann, der scheinbar ziellos hin und her irrte. In seinem helgrauen Anzug war er vor dem schwarzen Nachthimmel gut zu erkennen. Doch als ich ihn genauer beobachtete, bemerkte ich [...] aus »An den Feuern« von Patrick Schön
Sein Blick wanderte hinauf zu den Wohnungen. Dort, oberhalb der Geschäfte, waren die Menschen im Warmen, sie feierten mit ihren Lieben, es fehlte ihnen an nichts. Rudi hatte einst selbst Familie gehabt, einen Beruf, geregeltes Einkommen. Ich wusste genau, woran er im Augenblick dachte. »Dennoch ist Weihnachten mit Freunden besser als allein.« Ich rang mir ein Lächeln ab. »Glaub mir, hinter manch einem dieser Fenster ist der ein oder andere, dem's noch beschissener geht als uns.« Plötzlich wurde es unruhig. Weiter vorne, dort, wo die ersten Tonnenfeuer in dieser Häuserschlucht aufgestellt waren, kam Leben in die Gefährten. »Ahs!« und »Ohs!« ertönten, und die Kameraden schienen nach Hilfe zu suchen. Neugierig verließ ich mein Feuer und trat näher. [...] aus »Eine wundervolle Nacht« von Heike Krause
Da sitzt sie nun. Allein, auf einem großen Farnwedel mitten im Wald. Das Licht des kugelrunden Mondes durchdringt die Baumkronen und erhellt ihre Gestalt. Melodie hat das Gesicht in den Händen vergraben und schluchzt leise vor sich hin. Ihr Körper zittert, denn sie fürchtet, die ganze Nacht in diesem gruseligen Wald verbringen zu müssen. Wie lange Melodie schon weint, weiß sie nicht, als plötzlich ein kleines Licht aus der Ferne auf sie zukommt. »Ich bin gerettet«, jubelt sie und hüpft vor Freude auf und ab. Das Licht bewegt sich schnell näher und setzt sich zu ihr. | |